Die drei Kaiserbäder auf Usedom

Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck – in dieser Reihenfolge liegen die drei zauberhaften sogenannten Kaiserbäder am östlichen Ende des deutschen Teils von Usedom. Mittlerweile sind sie unter der Bezeichnung Ostseebad Heringsdorf zusammengeschlossen, allerdings hat jeder einzelne Ort seine ganz speziellen Eigenheiten. Ein schönes Ergebnis der Zusammenarbeit ist die fast neun Kilometer lange Strandpromenade, die ohne Unterbrechung alle drei Kaiserbäder miteinander verbindet.

Wer sich lieber kutschieren lassen möchte, mag die Kaiserbäder-Bahn benutzen, die ebenfalls in allen drei Usedomer Kaiserbädern Station macht. Es geht gemütlich zu, wobei der Fahrer seine Gäste unterwegs auf verschiedene Sehenswürdigkeiten aufmerksam macht und über diverse Ereignisse von früher und jetzt plaudert.

Die feine Bezeichnung Kaiserbäder resultiert aus der Zeit, als sich die kaiserliche Familie häufig dort aufhielt. Und in deren Gefolge strömten um die Wende zum 20. Jahrhundert zahllose Adelige, Angehörige des Großbürgertums und andere gut Betuchte in diese Region der Insel Usedom. Sie wollten sich ebenfalls unbeschwert erholen oder einfach ein wenig vom Glanz der hohen Herrschaften spüren.

Die drei Kaiserbäder grenzen natürlich direkt an die Ostsee; aber dahinter erstreckt sich weit das Achterland mit seiner charakteristischen Naturlandschaft und den beschaulichen Ortschaften.

Die Bäderarchitektur in den drei Kaiserbädern auf Usedom


Die Wohlhabenden begnügten sich nicht mit der Unterkunft in einem Usedomer Hotel. Nein, sie wollten auch während der Sommerfrische, wie ein Urlaub damals noch hieß, den von zuhause gewohnten Komfort nicht entbehren und ließen sich daher kurzerhand prachtvolle Villen errichten. Sie sind Ausdruck einer Zeit, in der man Wert auf Repräsentation legte. Folgerichtig gibt es keinerlei glatte Fassaden. Vielmehr sind die Häuserfronten aufgelockert mit Säulen, Erkern, Balkons und vorgezogenen Bereichen. Die großen Fenster besitzen vielfach Sprossen und sind mit Rundbögen ausgestattet. Auf den Dächern ragen verspielte Türmchen hoch, und oft genug gibt es auch Verzierungen mit den typischen Elementen des Jugendstils.

Überhaupt ist die Bezeichnung Bäderarchitektur erst viel später entstanden. Tatsächlich ist diese liebevoll gestaltete Bauweise ein Mix aus barocken Formen, dem Jugendstil und auch klassizistischen Elementen.

Während der DDR-Zeit legte man verständlicherweise keinerlei Wert auf solch prunkvolle Anwesen. Die Besitzer enteignete man meist im Jahr 1953 und überführte die Bauten in Staatseigentum. Oft genug glättete man die Fassaden oder überließ sie einfach dem Verfall.

Erst nach der Wende besannen sich die Usedomer Bürger wieder auf das Schöne und Historische. In liebvoller Arbeit bauten sie die Häuser im ursprünglichen Stil wieder auf. Heute ist die Bäderarchitektur auf Usedom und speziell in den drei Kaiserbädern eine gern besichtigte Sehenswürdigkeit und macht einen großen Teil des charmanten Flairs der Ortschaften aus.

Das Seebad Bansin auf Usedom


Bansin ist das westlichste der drei Usedomer Kaiserbäder und zugleich das jüngste. Zwar findet der heute als Bansin-Dorf bezeichnete Teil ein wenig landeinwärts schon im 13. Jahrhundert die erste urkundliche Erwähnung. Aber als Seebad besteht Bansin auf Usedom erst seit dem Jahr 1897.

Damals gab es in Strandnähe lediglich zehn Häuser. Vier findige Männer, nämlich ein Arzt, ein Lehrer, ein Schriftsteller und ein Gastwirt, wollten von dem in Deutschland schon regen Bäderbetrieb profitieren. Sie errichteten daher an dem wunderbar weißen und feinsandigen Strand bei Bansin auf Usedom die erste Badeanstalt – eine Rechnung, die schnell aufging. Dank der unaufhaltsam wachsenden Zahl der Urlauber vergrößerte sich dieser Bereich sehr schnell und bildet heute eine Einheit mit dem alten Bansin-Dorf auf Usedom. Übrigens gab es in Bansin schon 1923 das sogenannte freie Baden im Meer. Das Schwimmen und das Planschen waren also nicht mehr auf die eng begrenzten Badeanstalten an einzelnen Strandabschnitten begrenzt und schon gar nicht auf die vorher üblichen Badekarren.

Das Erscheinungsbild von Bansin auf Usedom


Bansin auf Usedom hat zwei Gesichter. Der noble Charakter mit prachtvollen Villen im Stil der Bäderarchitektur zeigt sich besonders an der Strandpromenade und in der parallel dazu verlaufenden Bergstraße. Von der etwas zurückgesetzten Reihe hat man sogar ebenfalls teilweise einen ungehinderten Blick auf die Ostsee. In diesem neuen Ortsteil spielt sich der größte Teil des touristischen Lebens ab. Es gibt besonders viele Geschäfte und gastronomische Einrichtungen. Zudem liegen hier etliche feine Hotels, schmucke Pensionen und komfortable Ferienappartments. Und da befindet sich zudem das Kurzentrum mit dem Haus des Gastes und der Konzertmuschel, die regelmäßig Austragungsort für die so beliebten Kurkonzerte ist.

Die andere Seite von Bansin auf Usedom ist dörflich-ländlich. Der dem Meer abgewandte Teil von Bansin liegt inmitten der herrlichen, unberührten Landschaft Usedoms. Im Westen der Ortschaft erstreckt sich ein großes Waldgebiet. Es bietet all denen Erholung, die mal der Sonne entkommen möchten. Außerdem gibt es hier besonders viele Pilze, Beeren und auch Wild. Außer der Ostsee gibt es in und um Bansin gleich drei Gewässer: Der Schloonsee ist sogar noch von Häusern umgeben und reicht bis kurz vor den Strand. Im Süden erstreckt sich der ausgedehnte Gothensee, und im Südwesten befindet sich der Große Krebssee. Sie alle drei sind bestens erschlossen und lassen sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erkunden.

Der Strand von Bansin auf Usedom


Selbstverständlich übt der Strand eines jeden Seebades die größte Anziehungskraft auf die Urlauber aus. Das ist in Bansin auf Usedom nicht anders. Und die Gäste kommen auch voll auf ihre Kosten. Der Sand ist sehr fein, hell und erstreckt sich auf einer Breite von 50 bis 70 Metern – übrigens an tatsächlich sämtlichen Abschnitten. Am beliebtesten ist der Hauptstrand, zu dem mehrere Zuwegungen führen. Selbstverständlich findet der Feriengast hier alles, was für einen entspannten Tag am Wasser notwenig ist: Strandkörbe, sanitäre Einrichtungen, Möglichkeiten zum Wassersport und Imbissstände. Auch für Hundebesitzer ist gesorgt, denn ihnen ist ein eigener Abschnitt zugewiesen. Das gilt gleichermaßen für die Anhänger der FKK.

Sehenswürdigkeiten in Bansin auf Usedom


Absolutes Highlight und ein echter Publikumsmagnet in Bansin auf Usedom ist die Seebrücke, die knapp 300 Meter weit in die Ostsee hinausragt. Sie unterscheidet sich wesentlich von ihren berühmten Schwestern in den beiden Nachbarorten. Denn im Gegensatz zu den Seebrücken von Heringsdorf und Ahlbeck auf Usedom gibt es auf der von Bansin keinerlei Aufbauten. Es handelt sich vielmehr um einen schlichten Steg, was aber der Begeisterung der Urlauber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Sie nutzen das einfache Bauwerk gerne und ausgiebig zum Spazieren, zum Sehen und Gesehen-Werden. Überdies stammt die Bansiner Seebrücke erst aus dem Jahr 1994, als im Ort ohnehin ein wahrer Bau- und Renovierungs-Boom einsetzte.

Auch kulturell hat Bansin auf Usedom verschiedene Attraktionen zu bieten. Neben den regelmäßigen Theateraufführungen, Vorträgen und Musikdarbietungen, die speziell in den Sommermonaten stattfinden, gibt es als ständige Einrichtungen etwa die Villa Irmgard. Sie beherbergt ein Heimatmuseum und ist zugleich eine Gedenkstätte für den russischen Schriftsteller Maxim Gorki.

Hans Werner Richter, einem Usedomer Schriftsteller, ist das gleichnamige Haus gewidmet. Er wurde vor allem bekannt als Initiator der Gruppe 47, einer der bedeutendsten Literatenvereinigungen der Nachkriegszeit.

Recht jung ist die Bansiner Waldkirche. Sie stammt erst aus dem Jahr 1939. Es handelt sich um ein mit Ziegeln gedecktes Kirchenschiff mit einem weit hochragenden weißen Turm, der bis zum Boden reicht.

Sehenswert ist zudem das Tropenhaus von Bansin. Hier leben etwa 150 Tiere – vorwiegend Reptilien und Schmuckschildkröten, aber auch Papageien und sogar Weißbüscheläffchen tummeln sich an diesem Flecken Usedoms.

Wer nach den vielen Besichtigungen oder von einem langen Tag am Strand gemütlich in historischem Ambiente entspannen möchte, wird das Café Asgard besuchen. Es stammt aus dem Jahr 1898 und ist damit das älteste Café von Usedom. Die Einrichtung aus der Entstehungszeit verströmt eine wohltuende Behaglichkeit.

Das Seebad Heringsdorf auf Usedom


Mit etwa 4.000 Einwohnern zählt Heringsdorf zu den großen Orten auf Usedom. Dabei waren die Anfänge mehr als schlicht. Das kleine Fischerdorf verdankt seinen Namen dem späteren König Friedrich Wilhelm IV., der bei einem Besuch im Jahr 1820 diese Bezeichnung ersonnen hat – der starke Fischgeruch hatte ihn wohl dazu inspiriert. Und was ein Kronprinz sagt, zählt! Mittlerweile präsentieren die Bewohner in ihrem Wappen drei silberne Heringe.

Die historische Entwicklung von Heringsdorf auf Usedom


Schon im Jahr 1392 entstand auf dem Usedomer Gut Gothen ein Gasthaus, in dem man auch übernachten konnte. Damals war indessen noch kein Gedanke an Erholungsurlaub, weder auf Usedom noch anderswo in Deutschland. Erst als Bernhard von Bülow im Jahr 1817 die Güter Gothen und Mellenthin erwarb, um dort Fischer anzusiedeln, erwachte ein gewisses Interesse. Dem allgemeinen Trend folgend besuchten nun auch die ersten Sommerfrischler speziell diesen Bereich auf Usedom. Dass sie sich gerade für diese Gegend interessierten, mag daran gelegen haben, dass sich Mitglieder des preußischen Königshauses bevorzugt genau hier aufhielten.

Im Jahr 1846 zählte man bereits 400 Gäste – eine lachhaft geringe Zahl im Vergleich zu heute, aber der Grundstein war gelegt. Der eigentliche Durchbruch datiert indessen aus dem Jahr 1871. Der Bankier Dr. Hugo Delbrück errichtete Ferienunterkünfte auf den Ländereien des Gutes Gothen und etablierte im Folgejahr eine Aktiengesellschaft. Deren Ziel bestand darin, Gelder zum Ausbau speziell der Infrastruktur in Heringsdorf auf Usedom zu sammeln, was auch bestens gelang. Straßen entstanden ebenso, wie sich die Verbesserung der Strandpromenade vollzog. Zudem begeisterte man die bereits treuen und zeitgleich auch viele neue Gäste mit dem Bau der Seebrücke, des Kasinos und vor allem mit der Anbindung von Heringsdorf an das Bahnnetz. Dadurch wurde die Anreise nach Usedom viel komfortabler, als sie es noch in den Anfangsjahren des Tourismus gewesen war.

Zählte man im Jahr 1895 schon stolze 10.000 Urlauber in Heringsdorf, kamen nach 1908 noch etliche Patienten hinzu. Denn in diesem Jahr hatte man erfolgreiche Solebohrungen durchgeführt, was Sanatorien und Kurkliniken – ebenfalls neu entstanden – zur Behandlung von Haut- und Atemwegserkrankungen nutzten.

Nach der Wende entstand in Heringsdorf – wie überall auf Usedom und in den Ferienorten der ehemaligen DDR – ein regelrechter Bau- und Renovierungsboom. Denn die 1994 gegründete Historische Gesellschaft Heringsdorf hatte es sich zum Ziel gesetzt, die teilweise verfallene, teils komplett zerstörte alte Bausubstanz wiederherzustellen, was auch ganz ausgezeichnet gelang.

Bauten in Heringsdorf auf Usedom


Die berühmte Bäderarchitektur, die es in den meisten Orten auf Usedom zu bewundern gibt, erstrahlt heute in frischem, neuem Glanz. Während die Bauten in diesem Stil sonst jedoch reinweiß gestrichen sind und allenfalls farbige Streifen oder bunte Fensterumrandungen aufweisen, zeigen sie in Heringsdorf auf Usedom schon fast den Charakter des Zuckerbäckerstils. Denn überraschend viele Gebäude sind komplett farbig. Die Villa Hintze in der Delbrückstraße etwa ist vollkommen rosa, während die Villa Waldesruh (ebenfalls dort) eine weinrote Farbe besitzt, die mit grünen Partien aufgefrischt ist. Die Villa Achterkerke stammt schon aus dem Jahr 1846 und ist das älteste Haus im Stil der Bäderarchitektur in Heringsdorf auf Usedom.

Als das wichtigste Bauwerk und als die Hauptattraktion in Heringsdorf galt und gilt die Seebrücke. Mit stolzen 508 Metern Länge ist sie nicht nur die längste auf Usedom, sondern auch in ganz Europa. Sie stammt erst aus dem Jahr 1994, hat aber eine Vorgängerin, die 1950 einem Brand zum Opfer fiel. Es ist klar, dass die DDR-Regierung überhaupt nicht daran interessiert war, sie neu aufzubauen. Galt sie doch als Symbol für mondänes Leben in früheren Zeiten.

Denn damals diente eine Seebrücke in erster Linie dem Ziel, dass die vornehme Klientel geschützt und wohlbehalten vom Dampfer, der am Ende anlegte, Usedom und damit Heringsdorf erreichte. Zuvor hatten die Feriengäste auf dem Meer in kleine Boote umsteigen und womöglich sogar noch einen Teil durchs Wasser waten müssen. Zudem nutzten die Urlauber, einmal gut angekommen, die Heringsdorfer Seebrücke als Flaniermeile: Man konnte sich in unmittelbarer Nähe des Meeres aufhalten, ohne jedoch nass zu werden. Das bot eine prächtige Alternative zur ebenfalls beliebten Strandpromenade, wo man auch ausgiebig spazierte, um zu sehen und gesehen zu werden.

Die jetzige Seebrücke von Heringsdorf ist längst nicht so verschnörkelt wie der ursprüngliche Bau. Die gesamte Konstruktion ist sehr schlicht, allerdings suchen die Aufbauten ihresgleichen. An Land befindet sich ein Gebäudekomplex mit hochwertigen Ferienwohnungen und einem Shoppingcenter. Hier haben sich exklusive Geschäfte und Boutiquen angesiedelt. Das spitze, transparente Dach setzt sich bis zum Ende der Heringsdorfer Seebrücke fort und ermöglicht den heutigen Urlaubern den unbeschwerten Gang zu den gastronomischen Betrieben am Brückenkopf sogar bei schlechtem Wetter. Und das, obwohl Usedom als die sonnenreichste deutsche Insel gilt!

Die Heringsdorfer Kirche entstand schon in den Jahren 1846 bis 1848. Die Bürger hatten selbst Geld gespendet und bei den reichen Feriengästen ansehnliche Summen gesammelt, mit denen der Bau finanziert werden konnte. Es handelte sich ursprünglich um ein sehr einfaches und bescheidenes Gotteshaus im neugotischen Stil nach Plänen eines Schülers von Karl Friedrich Schinkel. Es umfasste ein hohes Mittelschiff, einen Saalbau und eine Halle, die quer davor verlief.

Schon bald konnte die Heringsdorfer Kirche der wachsenden Zahl der Usedom-Urlauber und den Bedürfnissen der Einwohner nicht mehr genügen. Aber es sollte bis zum Jahr 1914 dauern, bevor man sich entschloss, das Gebäude zu erweitern. Dann aber baute man zwei Seitenschiffe an und ergänzte das Innere mit Emporen.

Natur in Heringsdorf auf Usedom


Wie in allen Orten am Meer übt auch auf Usedom der Strand die größte Anziehungskraft auf die Urlauber aus, und das nicht ausschließlich im Sommer. Denn auch während der übrigen Jahreszeiten bieten sich hier ausgezeichnete Möglichkeiten zu ausgedehnten und vor allem sehr gesunden Spaziergängen.

Das Seebad Heringsdorf auf Usedom besitzt mehrere Strandabschnitte. Ihnen allen ist gemein, dass sie leicht ins Meer abfallen, sehr breit sind und aus herrlich feinkörnigem Sand bestehen. Der am meisten besuchte liegt in der Nähe der Seebrücke, also ganz zentral. Hier spielt sich besonders während der Hochsaison das Leben ab: Viele Strandkörbe, ein sehr umfangreiches Angebot an Wassersport und verschiedene Imbissstände machen den Feriengästen das Leben am und auf dem Wasser besonders angenehm. Hier befindet sich übrigens auch die An- und Ablegestelle der Ausflugsschiffe.

Nicht ganz so turbulent geht es am Fischerstrand zu. Seinen Namen verdankt er womöglich den vielen Ständen mit Räucherfisch und Fischbrötchen. Und an der Kulm beim Fernsehturm von Heringsdorf liegt ein fast menschenleerer Strandabschnitt – ideal für alle, die wirkliche Ruhe suchen.

Und die Heringsdorfer Gemeinde hat sogar einen Strand für Hundebesitzer und ihre Lieblinge eingerichtet. Am Weg nach Bansin beim Sackkanal dürfen die Tiere toben, und für Frauchen und Herrchen gibt es einen Strandkorbverleih und eine Imbissbude.

Im Wald vor dem Ortsteil Gothen haben die Heringsdorfer einen Naturlehrpfad eingerichtet, wo es auch eine sehr alte und prächtige Douglasie zu bewundern gibt. Eine andere wächst übrigens in der Nähe der Seebrücke. Unweit dieses Waldstücks liegt noch ein großer Findling, der an die letzte Eiszeit erinnert.

Wer sich nicht nur für heimische, sondern auch für exotische Tiere und Pflanzen interessiert, sollte unbedingt die Naturerlebniswelt Insel Usedom in Heringsdorf besuchen. Hier sind sehr dekorativ und zugleich informativ Exponate aus 500 Millionen Jahren ausgestellt. Und nicht nur das; auch lebende Tiere sind zu sehen wie etwa viele exotische Fische und eine überwältigende Insektensammlung. Zudem bietet die Naturerlebniswelt Insel Usedom erholsame Möglichkeiten zu Spazieren und Bummeln.

Kunst und Kultur in Heringsdorf auf Usedom


Vermutlich wegen der langen Tradition als mondänes Seebad verfügt Heringsdorf auf Usedom über ein überraschend großes Angebot an kulturellen Einrichtungen.

Einen Überblick über die historische Entwicklung gewinnt der Besucher in den Räumen der Villa Irmgard. Dabei legten die Organisatoren großen Wert auch auf eine Würdigung berühmter Persönlichkeiten, die sich für einen bestimmten Zeitraum hier auf Usedom aufgehalten haben. Der russische Literat Maxim Gorki hat sogar in diesem Haus gewohnt.

Verschiedene kulturelle Veranstaltungen in der Heringsdorfer Villa Irmgard haben sich bereits einen Namen auf der gesamten Insel Usedom und sogar darüber hinaus gemacht.

Direkt bei der Heringsdorfer Seebrücke liegt der Konzertplatz, auf dem regelmäßig die sehr beliebten Kurkonzerte stattfinden. Im Sommer gibt es im Theaterzelt unterschiedliche Aufführungen- im Winter können sich Eisläufer hier vergnügen.

Auch für die Freunde der bildenden Kunst bietet Heringsdorf interessante Möglichkeiten. Der Kunstpavillon beherbergt moderne Kunst aus dem Osten Deutschlands mit besonderer Würdigung von Usedom.

Das Muschelmuseum schließlich sollten sich Freude des Maritimen nicht entgehen lassen. Es liegt auf der Seebrücke im Shoppingcenter. Mit mehr als 3.000 Stücken bietet es einen tollen Einblick in diesen Bereich der Unterwasserwelt. Im angegliederten Shop sind ebenfalls ausgefallene, aber nicht ganz so seltene Stücke zu kaufen.

Das Seebad Ahlbeck auf Usedom


Ahlbeck ist das östlichste der drei Kaiserbäder von Usedom und liegt ganz nah an der polnischen Grenze. Während der DDR-Zeit war der Übergang streng bewacht und nahezu undurchlässig. Inzwischen herrscht ein reger Grenzverkehr. Die deutschen Touristen nutzen die kurze Entfernung zum polnischen Swinemünde (Swinoujscie), um auch dessen Pracht zu bewundern.

Noch viel beliebter ist indessen der sogenannte Polenmarkt. Speziell die Deutschen merkten sehr bald, dass im Nachbarland nicht nur ausgefallene Produkte zu kaufen waren, sondern dass dort auch äußerst günstige Preise herrschten. Und in Polen erkannte man schnell die Kaufkraft der Besucher aus dem Westen. Wenn die Produkte auch inzwischen nicht mehr ganz so günstig zu haben sind: Zahllose Urlauber pilgern oder fahren täglich nach Polen. Direkt hinter der Grenze stehen unzählige Händler mit ihren Ständen an der Straße und bieten nahezu alles an – vom Hausrat über Unterhaltungselektronik bis hin zu Textilien. Sogar frische Beeren und Pilze gibt es, die naturgemäß besonders reißenden Absatz finden.

Die historische Entwicklung von Ahlbeck auf Usedom


An der Entwicklung des winzigen Fischerdorfs zum bedeutenden Seebad Ahlbeck auf Usedom waren im Laufe der Jahrhunderte mehrere Einzelpersonen und nicht zuletzt auch der allgemeine Trend beteiligt.

Im Jahr 1699 ließ sich ein Müller aus der Stargader Heide an der Mündung des heute unterirdisch fließenden Aalbachs nieder und baute dort eine Mühle. Ihm folgten ein Teerbrenner und ein Fischer. Leider führte der Mühlenbetrieb dazu, dass sich der kleine Bach staute und immer wieder das Land überflutete. Im Jahr 1772 siedelte Friedrich der Große daher weitere Menschen dort an mit dem Auftrag, den Lauf des Aalbachs zu regulieren.

Den zweiten Fortschritt schob der Oberforstmeister Bernhard von Bülow an, indem er 1817 das Usedomer Gut Gothen ganz in der Nähe kaufte und es in kleine Parzellen aufteilte. Die veräußerte er wiederum an Fischer, und zwar zu recht günstigen Bedingungen.

Im Jahr 1852 schließlich setzte der Lehrer und Kantor Johann Koch fast revolutionäre Ideen um: Er gründete das Komitee zur Erbauung eines evangelischen Gotteshauses und beherbergte zudem die allerersten Sommerfrischler – einige Kinder mit ihrer Erzieherin. Da das muntere Grüppchen auch im Meer badete, darf dieses Ereignis als der eigentliche Beginn der Seebad-Traditon von Ahlbeck auf Usedom gelten.

Bekanntlich folgten immer mehr Feriengäste, was dazu führte, dass ab etwa 1880 auch die ersten Hotels entstanden. Zugleich ließ sich die elegante Klientel eigene Villen in Ahlbeck auf Usedom errichten, die heute wieder in ihrer ursprünglichen Pracht der Bäderarchitektur erstrahlen.

Die beiden Weltkriege und die DDR-Zeit konnten den Tourismus nur unterbrechen, nicht jedoch lahmlegen. Heute zählt Ahlbeck zu den beliebtesten Seebädern auf Usedom.

Sehenswürdigkeiten in Ahlbeck auf Usedom


Die meisten der Bauten in Ahlbeck auf Usedom stammen aus den ersten Jahren des Tourismus, also aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Seit der politischen Wende tun die Stadtväter und auch die einzelnen Bürger viel für den Erhalt des historischen Gutes.

Das mit Abstand beliebteste Bauwerk und zudem das Wahrzeichen von Ahlbeck auf Usedom ist zweifelsfrei die 280 Meter lange Seebrücke. Das typische rot gedeckte Dach des Restaurantgebäudes und die vier grünen Türmchen sind schon aus der Ferne sichtbar.

Die Grundlage der Ahlbecker Seebrücke stammt aus dem Jahr 1882. Damals gab es allerdings lediglich eine Plattform aus Holz und einen kleinen Steg aufs Wasser hinaus. Diesen Bau erweiterte man 1898 um einen Schiffsanleger, der den Sommerfrischlern eine weitaus bequemere Anreise ermöglichte, wobei das Gebäude jedoch noch nicht überdacht war.

Dazu kam es erst im Zuge von Renovierungsarbeiten in den 1930er Jahren. Und seither versprüht diese eigenwillige Konstruktion ihren liebenswürdigen Charme.

Entgegen ihrer sonstigen Haltung ließ die DDR-Regierung die durch Eismassen stark beschädigte Ahlbecker Seebrücke auf Usedom in den 50er Jahren instand setzen, jedoch ohne den Schiffsanleger. Den gibt es erst wieder seit der Wende. Er dient heute den Ausflugsschiffen als An- und Ablegeplatz.

Auf Initiative von Johann Koch war es zum Bau der Kirche von Ahlbeck auf Usedom gekommen. Die Grundsteinlegung 1894 erlebte er allerdings nicht mehr. Das Gebäude ist im Stil der Backsteingotik errichtet; es hat in der Mitte einem bis zum Boden reichenden Turm, in dem das Hauptportal eingelassen ist. Dahinter liegt ein Saalbau mit Tonnengewölbe aus Holz.

Ursprünglich waren im Inneren der Ahlbecker Kirche auf Usedom schöne Ornament-Malereien, die allerdings in den 70er Jahren weiß übertüncht wurden. Aber die Kirche strahlt eine insgesamt erhabene Ruhe aus.

Anders sieht es mit vielen Elementen aus der Zeit des Jugendstils aus, von denen in Ahlbeck auf Usedom besonders viele zu sehen sind. Die meisten dieser verspielten Reliefs und der dekorativen Verzierungen finden sich an den Villen im Stil der Bäderarchitektur. Aber auch ein einzelnes Stück ist erhalten, nämlich eine große Standuhr von 1911, die das Usedomer Seebad von einem Kurgast als Geschenk erhielt. Sie steht ganz in der Nähe der Ahlbecker Seebrücke an der schönen Strandpromenade. Das Gehäuse besitzt unregelmäßige Stufen, die ihm ein leichtes und fast fragiles Aussehen verleihen. Außerdem gibt es viele goldfarbene Girlanden.

Aktivitäten in Ahlbeck auf Usedom


Der herrliche Strand von Ahlbeck auf Usedom ist naturgemäß die größte Attraktion des Seebades. Die Feriengäste können hier den ganzen Tag verbringen, denn neben gemütlichen Strandkörben gibt es sanitäre Einrichtungen und die Möglichkeit zum Essen und Trinken. Das vielfältige sportliche Angebot lässt zudem keinerlei Langeweile aufkommen.

Daneben bietet Ahlbeck auf Usedom die Möglichkeit für ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradausflüge.

Vor allem aber die Ostseetherme etwas westlich von Ahlbeck auf Usedom zieht seit ihrer Eröffnung 1996 alljährlich unzählige Besucher an. Das riesige Gebäude verfügt über sechs unterschiedlich temperierte Schwimmbecken. Außerdem gibt es Sauna und Dampfbad sowie ein perfekt ausgestattetes Gesundheitsstudio, in dem man an unterschiedlichen Übungen und Trainingseinheiten teilnehmen kann.

Hinzu kommen etliche Wellness-Arrangements, die Körper und Seele verwöhnen. Auch bei gutem Wetter sollte man der Ostseetherme von Ahlbeck auf Usedom ruhig einen Besuch abstatten.